Neue Ontologie und Metaphysik

Cover: Neue Ontologie und Metaphysik

Hrsg. v. Rafael Hüntelmann/Erwin Tegtmeier, 196 S. 
Academia Verlag, Sankt Augustin 2000, Euro 24.80 

Mit Beiträgen von Johanna Seibt (Austin/USA), Uwe Meixner (Regensburg), Herbert Hochberg (Austin/USA), Reinhardt Grossmann (Bloomington/USA), Bojan Borstner (Maribor/Slovenien), Erwin Tegtmeier (Mannheim), Käthe Trettin (Frankfurt/Main)

Daß ontologische und metaphysische Fragestellungen mit einem systematischen Anliegen überhaupt noch sinnvoll sind, schien spätestens seit Beginn der 20. Jahrhunderts mehr als zweifelhaft. Durch die Metaphysikkritik Lockes, Humes, Kants und des Neukantianismus, des Positivismus bzw. Neopositivismus und der analytischen Sprachphilosophie, sowie im Gefolge Wittgensteins war der Eindruck entstanden, daß Ontologie und Metaphysik endgültig aus dem Kanon der philosophischen Disziplinen zu verabschieden sind. Fragen dieser Art galten als unsinnig. Daß ontologische und metaphysische Fragen auf einer wissenschaftlichen Grundlage zu beantworten sind, glauben allenfalls einige wenige Außenseiter. Einige Jahre nach dem Tode Nicolai Hartmanns, einem der wenigen deutschen Ontologen im 20. Jahrhundert, verloren Ontologie und Metaphysik auch ihre letzte institutionelle Verankerung an deutschen Universitäten. Diese Disziplinen waren fortan allenfalls noch von historischem Interesse. Die Situation hat sich inzwischen, zumindest international, erheblich gewandelt. Gerade im Zusammenhang mit der analytischen Philosophie, die sich noch vor einigen Jahrzehnten als radikal antimetaphysisch zeigte, entstanden Probleme, die nur durch einen Rückgang zur Ontologie und Metaphysik zu lösen waren. Seit inzwischen mehr als zwanzig Jahren wenden sich mehr und mehr Philosophen in ihrer Arbeit ontologischen Fragestellungen zu, weil sie bemerken, daß ihre Antworten auf alle anderen philosophischen Fragen, ja bereits diese Fragen, auf bestimmten ontologischen bzw. metaphysischen Voraussetzungen beruhen. Unter anderem mit den Mitteln der Sprachanalyse und -kritik, sowie mit Hilfe der formalen Logik wurde und wird versucht, Ontologie und Metaphysik als streng wissenschaftliche Disziplinen zu etablieren. Was heute unter dem Begriff "analytische Ontologie und Metaphysik" zusammengefaßt wird, ist alles andere als einheitlich. Einen Ausschnitt aus der Vielfalt der Ansätze, Methoden und Fragestellunen spiegelt dieser Band wider. 

 

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