Amerika - eine Hoffnung, zwei Visionen

Cover: Amerika - eine Hoffnung, zwei Visionen

Hrsg. v. Hans Thomas, 316 Seiten, 11 Abb., brosch., Verlag BusseSeewald, Herford 1991, EUR 12,-

Mit Beiträgen von Antonio Annino (Florenz), Boris Groys (Moskau/Köln), Georg Kamphausen (Bayreuth), Anthony Pagden (Cambridge), Horst Pietschmann (Hamburg), Josep-Ignasi Saranyana (Pamplona), Walter Schweidler (München), Vitor Tau Anzoátegui (Buenos Aires), Hans Thomas (Köln), Hermann Wellenreuther (Göttingen). 

Am Freitag, dem 12. Oktober 1492, wird im Logbuch des Christoph Kolumbus die erste Begegnung mit Indianern beschrieben. Im Abstand von 500 Jahren will es uns nicht in den Kopf, daß Europäer ihnen unsere Menschenrechte absprachen, sogar ihr Menschsein in Frage stellten. Wie begegnet uns Amerika, wenn wir verstehen wollen, statt zu moralisieren? Dieses Buch fragt nach dem Verhältnis von Geschichte und Geschichtsschreibung. 

Ein Glücksfall in der neueren deutschen Conquista-Literatur ist der Amerika-Band, den Hans Thomas im Verlag BusseSeewald herausgibt. Hier wird der Versuch unternommen, ohne Aufgeregtheiten die historische Wirklichkeit in den Blick zu nehmen. Die Publikation dokumenteirt eine interdisziplinäre Conquista-Diskussion, die unlängst auf hohem Niveau im Kölner Lindenthal-Institut geführt wurde. Dem Herausgeber ist es gelungen, neben deutschen, englischen, italienischen und spanischen Fachautoren auch Wissenschaftler aus Übersee zu Wort kommen zu lassen. Die Bei-träge lassen fast durchweg Sorgfalt in der Analyse und Behutsamheit im Urteil erkennen. Nur gelegentlich wird der Neigung zur feuilletonistischen Verkürzung nachgegeben, was freilich mancher Leser auch als willkommene Auflockerung empfinden mag.
(DEUTSCHLANDFUNK) 

Bei einem Amerika-Colloquium, mit dem das Kölner Lindenthal-Institut auf das Kolumbus-Jahr 1992 vorbereiten wollte, stand die Frage der spanischen "Kolonialethik" im Mittelpunkt. Es galt nicht etwa die "leyenda negra" fortzuschreiben, jene angelsächsisch protegierte "schwarze Legende", wonach die spanische Kolonisation nichts als die Hölle gewesen sei. 
(FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG) 
  
Von "Entdeckung" sprach kaum jemand, ohne die Gänsefüßchen zumindest mit den Fingern anzudeuten. Nur ungern wollten sich die Tagungsredner dem Verdacht aussetzen, aus einer eurozentrisch-triumphalistischen Perspektive das Thema "500 Jahre Amerika" zu betrachten, zu dem das Kölner Lindenthal-Institut im Blick auf das Kolumbus-Jahr 1992 ein Colloquium organisiert hatte 
(SÜDDEUTSCHE ZEITUNG) 

 

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